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News & Aktuelles

Mike Zündel

Energiemanagement ist gut – aber nicht gut genug! – Dr. Stephan Theis, econ solutions

Viele Unternehmen erfassen inzwischen ihre Energiedaten – und meist bleibt es dabei. Damit lassen sie zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt. Wer Daten aus vorhandenen Unternehmenssystemen in das Energiemanagementsystem integriert, erhält wichtige Kennzahlen sowie vielfältige Informationen zu seinem Produktionssystem und Produktionsprozess. Und er erfüllt die ISO 50003. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie dies mit relativ geringem Aufwand umsetzbar ist.

 

In den meisten Fällen hängt der Energieverbrauch unmittelbar mit anderen Faktoren zusammen, vor allem mit der Produktionsleistung. Deshalb sind die Energiedaten alleine nur bedingt aussagekräftig, vielmehr müssen diese mit Produktionsdaten in Form von Kennzahlen kombiniert werden – wie bei FRIED Kunststofftechnik. Hier wurde das MDE System ProSES mit der  Energiemanagement Software econ3 verbunden, um auftragsbezogene Energiegrößen automatisiert ermitteln zu können. „Mit den Verbrauchsmessungen vom Versorger und den Anschlusswerten der Maschinenhersteller war das bislang nicht möglich“, erklärt Dr. Andreas Tewald, Energiemanagementbeauftragter und Leiter Arbeitsvorbereitung und Facilitymanagement bei FRIED. „Da wir ProSES erst kürzlich integriert haben, geht es vorerst darum, Daten zu sammeln. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass wir unsere Prozesse dadurch noch besser verstehen. Beispielsweise können wir verschiedene Prozesse auf den einzelnen Maschinen vergleichen.“

 

Qualität sicherstellen

Bei den Ensinger Mineral-Heilquellen ging es in erster Linie darum, die für das Energiemanagement zentrale Kennziffer „Energieeinsatz pro 1.000 Flaschen“ zu erhalten. Hierfür werden die Impulse der Flaschen, die durch die Abfüllanlage gehen, in das econ System integriert. Die erfassten Daten geben zudem Aufschluss über die Produktionsmengen der einzelnen Linien. Darüber hinaus nutzt Ensinger das System zur Qualitätssicherung: Messgeber unterschiedlicher Maschinen, z.B. für den pH-Wert, die Leitfähigkeit oder Temperatur, liefern Werte in die Software econ3. „Mit Energiemanagement hat das zwar nichts mehr zu tun, doch die Messgeräte lassen sich so einfach integrieren und liefern den Produktionsleitern interessante Auswertungen, mit denen sie sofort erkennen, wenn irgendwo etwas aus dem Ruder laufen könnte“, so Siegfried Winkler, technischer Leiter und Energiebeauftragter bei Ensinger.

 

Ein ähnliches Projekt hat die Wäscherei MERZ aus Wurmberg bei Pforzheim durchgeführt: Sie hat die Einführung eines Energiemanagements genutzt, um auch den Überblick über ihren Gas-, Wasser- und Stromverbrauch sowie die Auslastung und Produktivität aller Maschinen und Anlagen zu gewinnen. Hierfür wurden marktübliche Komponenten zu einem individuellen System kombiniert: Die Energiedaten werden mit dem Energie- und Leistungsmessgerät econ sens3 von econ solutions erfasst, hinzu kommen Lichtschranken sowie CPUs, Leistungsklemmen und Stromzähler von Wago, die Stückzahlen und Gewicht der Wäschestücke sowie Durchlaufzeiten und Geschwindigkeiten aufnehmen. Weitere Leistungskennzahlen fließen aus der ERP-Software TIKOS von SoCom ein, die MERZ bereits im Einsatz hatte. Alle Daten werden an die Energiemanagement Software econ3 übermittelt, einige gehen von hier an die SoCom-Software. Mit den von econ3 erstellten Auswertungen kann MERZ nun detailliert den Energie-, Gas- und Wasserverbrauch nachvollziehen, Anomalien erkennen, Strom-Spitzenlasten vermeiden und Schäden an Maschinen frühzeitig beheben. Außerdem liegt eine fundierte Kalkulationsbasis für einzelne Textilien, Aufträge und Kunden vor. Durch die Kombination mit den Leistungskennzahlen aus SoCom hat das Unternehmen die Leistung bereits um fünf Prozent gesteigert – nur dadurch, dass die Kennzahlen an einzelnen Kostenstellen für die Mitarbeiter sichtbar waren.

 

ISO 50003 erfüllen

Mit Systemen wie diesen erfüllen Unternehmen zudem die ISO 50003, die seit Oktober 2017 zur Anwendung kommt. Sie richtet sich zwar an Auditoren und Zertifizierer, betrifft jedoch auch Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreiben oder dieses planen: Sie müssen für Erst- und Re-Zertifizierungen die fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz faktisch nachweisen. Hierfür ist neben der Messtechnik zur Erfassung der relevanten Energiedaten auch eine Software zur Bildung geeigneter Energiekennzahlen (Energy Performance Indicators, EnPI) notwendig.

 

Die Norm schreibt keine spezifischen Kennzahlen vor, d.h. jedes Unternehmen muss diese selbst festlegen. Welche Kennzahlen für das eigene Energiemanagement relevant sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. vom Produktionsprozess oder den eingesetzten Maschinen und Anlagen. Sinnvolle Kennzahlen sind häufig das Verhältnis zwischen dem Verbrauch der Produktionsanlagen pro Quadratmeter bzw. pro produziertem Stück oder zwischen dem Verbrauch der Produktionsanlagen und dem Verbrauch der Infrastrukturanlagen.

 

Um diese wie in den Beispielen automatisiert zu gewinnen, muss das Energiemanagementsystem herstellerunabhängig funktionieren und auf offenen Standards und Schnittstellen basieren. Dann lassen sich die relevanten Daten aus verschiedenen Zählern, Fühlern und Sensoren ebenso integrieren wie aus beliebigen bestehenden Systemen (MDE/BDE, MES, ERP). Beim System von econ solutions fungiert das Energie- und Leistungsmessgerät econ sens3 mit fünf Schnittstellen (Modbus TCP, Modbus RTU, S0-Impuls, Webinterface und Direkteinbindung zur Energiemanagement Software) als Integrator auf Feldebene. Auf Systemebene ermöglicht die webbasierte Software econ3 die Zusammenführung von unterschiedlichen Technologie-Standards wie OPC, BacNET und SQL, Datenlogger verschiedener Hersteller sowie unterschiedliche Dateiformate wie z.B. Texte oder komma-separierte CSV-Formate. So unterstützt econ nicht nur ein betriebliches Energiemanagement, sondern liefert auch wertvolle produktionsbezogene Kennzahlen, gibt Auskunft über Rüst- und effektive Produktionszeiten, ermöglicht fundierte Prozessoptimierungen und eine präventive Wartung. Und weist damit weit über das reine Energiemanagement hinaus.

 

Autor: Dr. Stephan Theis, Geschäftsführer econ solutions GmbH